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von Sandra Admin

Einführung des 5-Stunden Arbeitstages gefeiert

Einführung des 5-Stunden Arbeitstages gefeiert

Regierungssprecher Reginald Kosmetiker hat die Einführung des gesetzlich vorgeschriebenen 5-Stunden-Arbeitstages als große zivilisatorische Leistung gewürdigt. Auch die Arbeitgeberverbände zeigten sich mit dem erreichten Kompromiss …

Einführung des 5-Stunden Arbeitstages gefeiert

von Sandra Admin

Regierungssprecher Reginald Kosmetiker hat die Einführung des gesetzlich vorgeschriebenen 5-Stunden-Arbeitstages als große zivilisatorische Leistung gewürdigt. Auch die Arbeitgeberverbände zeigten sich mit dem erreichten Kompromiss zufrieden. Kritik kam hingegen ausgerechnet vom Präsidentschaftskandidaten der Fortschrittspartei. John of Us bemängelte, man könne nicht wirklich von einer Verbesserung für die Arbeitnehmer sprechen, da zeitgleich zur Einführung des 5-Stunden-Arbeitstags die Anzahl der Stunden pro Tag von 24 auf 10 reduziert worden sei. Reginald Kosmetiker erklärte auf Nachfrage dazu: „Das sind mathematische Spitzfindigkeiten, die nur eine Rechenmaschine nachvollziehen kann. Mir ist das zu hoch. Auch den Vorwurf, dass die Arbeitsbelastung seit Einführung der 10-Tage- Woche signifikant gestiegen sei, kann ich übrigens nicht nachvollziehen. Es gibt doch noch immer zwei freie Tage pro Woche!“ Diese zwei freien Tage verbringt man übrigens am besten in einem der 128 Speed-Relaxing-Resorts von FitForWork! FitForWork macht dich FIT FOR WORK!

2 Kommentare

Jessica Zeitarbeiterin

Als Arbeitslose isses mir ehrlich gesagt schnuppe ob ich fünf oder acht Stunden pro Tag nicht arbeite.

Tom Werbefachmann

Bin gerade bei FitForWork und mache ein Workout. Supergut. FitForWork ist wirklich meine Lieblingsfitnessstudiokette. Ihr solltet alle auch mal zu FitForWork gehen.

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Sonnenschein, angenehme Temperaturen und hin und wieder eine sanfte Brise – es herrscht wie immer das beste Wetter in Qualityland.

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Buddenbrooks: Aufstieg einer Familie für dich

Am Beispiel der hanseatischen Kaufmannsfamilie Buddenbrook, die auch in der dritten und vierten Generation erfolgreich wirtschaftet, zeigt Thomas Mann anschaulich, wie man mit Disziplin und Sparsamkeit einen echten Weltkonzern aufbauen kann. Mit vielen subtil eingestreuten Betriebswirtschaftstipps, die dir auch bei deinem nächsten Start-up nützlich sein werden.

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Die Freuden des jungen Werther für dich

Ein unglücklich Verliebter denkt an Selbstmord, bis ihm ein freundlicher Pharmazeut ein Antidepressivum verschreibt. Von da an ist er einfach super gut drauf! Der beste Feel-Good-Briefroman aller Zeiten!

Die Koalabär-Chroniken für dich

Bei einem erfolgreichen Comedian zieht gegenüber ein gemäßigt sozialdemokratischer Koalabär ein. Der stellt natürlich sein Leben gehörig auf den Kopf. Frisch, frech und ein bisschen absurd!

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Die Bibel für dich

Gerade mal 100 Seiten dick, aber die haben es in sich! Onanie, Inzest, Mord und Totschlag! Ein strafender Gott und eine originelle Vater-Sohn-Geschichte:
Und Jehova sprach: „Maria hat dir nie erzählt, was wirklich mit deinem Vater geschehen ist!“ „Sie hat mir genug erzählt!“, rief Jesus mit einer Hand am Kreuz hängend. „Sie hat mir gesagt, dass Sie ihn umgebracht haben!” „Nein!“, donnerte Jehova, „Ich bin dein Vater!”

Empfehlungen
aus dem Bereich Klassiker:

Schuld & Sühne für dich

In dieser spannenden Kurzgeschichte ermordet der ehemalige BWL-Student Rodion Raskolnikow eine alte Pfandleiherin. Kurz hat er Gewissensbisse, bis er auf die Idee kommt, einen kleinen Teil des geklauten Vermögens dem Rotary-Club zu spenden.

Romeo und Julia für dich

Die einundzwanzigjährige Julia liebt den etwas älteren Romeo aus einer konkurrierenden Familie. Wird es ihnen gelingen, ihre verfeindeten Familien zu versöhnen, um ihr Glück durch eine Hochzeit zu krönen? Ja.

Tagebuch der Anne Frank für dich

Die dreizehnjährige Anne Frank versteckt sich drei Jahre zusammen mit ihrer Familie erfolgreich vor den Nazis. Nach Kriegsende bekommt sie sogar das Pony, das sie sich die ganze Zeit über gewünscht hat.

Weitere Empfehlungen
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Schönste neue Welt von Aldous Huxley, Gabriel García Márquez berührende Romanze Hundert Jahre Zweisamkeit und natürlich Leo Tolstois großes Meisterwerk Frieden.

Qualitätsjournalismus

Hier könnte Ihr Zitat stehen

„Kling erzählt formal bestechend und einfallsreich. Der aufregendste politische Roman, den ich seit langem gelesen habe.“

ARD Druckfrisch, Denis Scheck

„Eine Gesellschaftssatire zum Totlachen, für alle, die noch nicht tot sind.“

Die Zeit, Elisabeth von Thadden

„Eine federleichte Komödie mit bösem Witz und originellen Bildern.“

FAZ, Sandra Kegel

Reiseführer

Level

Level – Von Nützlichen und Nutzlosen

Level – Von Nützlichen und Nutzlosen

Level

Von Nützlichen und Nutzlosen

Du fragst dich bestimmt, ob der Mann neben dir gerade wirklich mit einem Fingerschnipsen eine Ampel auf Grün geschaltet hat. Ja, das hat er. Wahrscheinlich sind dir auch die Leute schon aufgefallen, die im Restaurant früher bedient werden, obwohl sie später gekommen sind. Es wird sogar von Menschen berichtet, die durch eine Wischbewegung mit der Hand eine U-Bahn, die ihnen gerade vor der Nase weggefahren ist, wieder in den Bahnhof zurückholen können. Das alles hat nichts mit Zauberei zu tun, das sind Levelfähigkeiten.

Die Einstufung aller Menschen in verschiedene Level geht auf eine eigentlich harmlose Subroutine der Programmierer bei QualityPartner zurück. Um die Masse an Profilen schneller auf passende Treffer filtern zu können, wurde jedes Profil eingestuft. Für die heterosexuelle Level-16-Frau zieht das System seitdem nur noch heterosexuelle Level-16-Männer in Betracht. Als die Marketingabteilung davon erfuhr, sorgte sie sofort dafür, dass diese Levelzahlen sichtbar gemacht wurden. Und tatsächlich stürzten sich die Nutzer mit Begeisterung in den Wettkampf um ein immer höheres Level.

Heute ist die RateMe genannte Abteilung für mehr Gewinne verantwortlich als der Rest von QualityPartner. Der Name beruht übrigens auf einem Missverständnis. Ein Mitarbeiter von QualityPartner hatte auf seiner persönlichen Radiostation einen alten Rocksong gehört, in dem der Sänger einen Freund dazu aufforderte, ihn einzustufen. „Rate me, my friend!“ Erst als QualityPartner für RateMe Werbung machte und sie mit dem Song unterlegte, wiesen findige Zuhörer darauf hin, dass Kurt Cobain keineswegs „Rate me“ (Bewerte mich) sondern „Rape me“ (Vergewaltige mich) sang. Den Siegeszug von RateMe konnte dieser kleine Fauxpas aber nicht aufhalten.

Es ist im Prinzip ganz simpel. Man meldet sich für RateMe an, gibt dem System durch einen Kuss Zugriff auf seine Daten und wird gleich darauf eingestuft. Gerüchten zufolge ist der niedrigste Rang übrigens Level 2. Anscheinend wird keiner auf Level 1 eingestuft, damit selbst Level-2-Menschen noch jemanden unter sich glauben. Die Sorge, tiefer fallen zu können, wird als nützlich betrachtet. Menschen, die denken, sie hätten nichts mehr zu verlieren, sind gefährlich. Das höchste Level ist 100. Wobei es vermutlich auch keine Level-100-Menschen gibt, denn selbst Level-99-Menschen sollen glauben, dass an ihnen noch Optimierungsbedarf bestehe und dass sie noch jemanden über sich haben.

Anfangs bot RateMe nur eine simple Levelanzeige, inzwischen kann man seine Werte aber in zweiundvierzig verschiedenen Unterbereichen ansehen, die alle ins Gesamtlevel einfließen. Diese Bereiche sind: Flexibilität, Belastbarkeit, Innovativität, Kreativität, Teamfähigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Geschmack (sehr umstritten), Vernetzung, Alter, Gesundheit, Wohnort, Job, Einkommen, Vermögen, Beziehungen, Sozialkompetenz, Freude an der Arbeit, Bildung, IQ, EQ, Zuverlässigkeit, Sportlichkeit, Produktivität, Humor (auch umstritten), Sex-Appeal, Body-Mass-Index, Ausstattung, Pünktlichkeit, Freunde, Gene, familiäre Krankheitsgeschichte (wer möchte schon mit jemandem zusammen sein, der wahrscheinlich Krebs bekommt?), Lebenserwartung, Anpassungsfähigkeit, Mobilität, Kritikfähigkeit, Auslandserfahrungen, Antwortrate und -geschwindigkeit in sozialen Netzwerken, Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Konsumangeboten, Stressresistenz, Disziplin, Selbstvertrauen, Tischmanieren.

Angeblich gibt es noch achtundfünfzig weitere Bereiche, diese bleiben aber, genau wie die Gewichtung der Level untereinander, ein Geschäftsgeheimnis von QualityPartner. 100 Punkte trennen ein Level vom nächsten. Dies ermöglicht es, sich kontinuierlich selbst zu optimieren. Durch gezielte Steigerungen in Einzelbereichen, zum Beispiel Sportlichkeit, ist es möglich, sein Gesamtlevel steigen zu lassen, was in einer Spiralbewegung dazu führt, dass sich fast automatisch externe Faktoren wie monatliches Einkommen, Arbeitsstelle und Kontostand verbessern. Natürlich kann einen die Spirale mindestens genauso schnell auch nach unten tragen.

Die Leveleinteilung ist ungemein praktisch, und verschiedenste Institutionen bezahlen RateMe inzwischen, um an die Leveldaten ihrer Mitarbeiter, Kunden oder Bürger zu kommen. Banken vergeben Kredite in Abhängigkeit vom Level. Arbeitgeber benutzen Levelangaben für präzise Stellenausschreibungen. (Interessanterweise lauten 81,92 Prozent aller Stellenanzeigen in QualityLand übrigens fast gleich und zwar ungefähr so: „Suchen dringend IT-Techniker Level 16 oder höher!“)

Auch öffnen viele Geschäfte, Restaurants und Clubs ihre automatischen Türen nur für Menschen mit einem gewissen Mindestlevel. Das eigene Level bestimmt sogar, mit welcher Intensität die Polizei ermittelt, falls man leider ermordet worden ist.

Firmen, Institutionen und sogar der Staat bieten viele Boni für Menschen in höheren Leveln, um die stetige Selbstoptimierung ihrer Mitarbeiter, Kunden oder Bürger zu belohnen. Diese Levelfähigkeiten sind ungemein begehrt und der ganze Stolz ihrer neuen Besitzer. Damit aber keiner durch die Stadt rennt und sinnlos Ampeln auf Grün schnipst, sind viele Levelfähigkeiten an das Ausgeben von sogenanntem MANA gebunden. Je höher das eigene Level, desto mehr MANA steht einem zur Verfügung. Zwingt man zum Beispiel einen Aufzug sofort zur eigenen Etage zu fahren, kostet das 32 MANA. Diese 32 MANA sind aber nicht verloren. Der eigene Vorrat regeneriert sich nach einer Abklingzeit wieder. Je höher das eigene Level, desto schneller. Andere Levelfähigkeiten wiederum gewähren einem einfach neue Rechte. So werden Menschen über Level 16 zum Beispiel niemals gebeten, Pakete für ihre Nachbarn anzunehmen.

Menschen mit einstelliger Levelzahl werden vom Staat übrigens offiziell als hilfsbedürftig eingestuft. Inoffiziell spricht man einfach von den Nutzlosen. Und es gibt sehr viele Nutzlose in QualityLand.

Auf unserem Portal findest du eine interaktive Karte von QualityLand, auf denen Bezirke, in denen die Bewohner im Durchschnitt eine einstellige Levelzahl haben, rot eingefärbt sind. Von diesen Bezirken solltest du dich fernhalten. Als Tourist kannst du übrigens dein Visum durch eine temporäre Levelzahl upgraden. Wenn du vorhast, exklusivere Nachtclubs zu besuchen, informiere dich bitte über deren geforderte Mindestlevel. Weil du die Qualitätssprache nicht ohne Akzent sprechen kannst und ein wenig ausländisch aussiehst, raten wir dir übrigens, mindestens das Geld für Level 10 auf den Tisch zu legen, denn in QualityLand darf die Polizei alle Menschen unter Level 10 verdachtsunabhängig anhalten und durchsuchen. Da die Polizisten auf Provisionsbasis bezahlt werden, tendieren sie dazu, auch etwas Beanstandenswertes zu finden, wenn sie dich erstmal angehalten haben.

Pressekonferenz

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Direkt aus QualityCity

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Pressekonferenz
zu "QualityLand"

Marc-Uwe Kling beantwortet Fragen zu seinem neuen Roman

Sie haben noch Fragen?

Wir haben die Antworten!

Wir haben die Antworten!

Sie haben noch Fragen?

Wir haben die Antworten!

Um was geht’s denn eigentlich in dem neuen Buch QualityLand?

Es spielt in naher Zukunft. In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu einem passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo man hinwill. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er haben will, zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen, denn das System weiß, was man will. Superpraktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen — denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: OK. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum trifft er dann auf Drohnen, die an Flugangst leiden, oder auf Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

Die einzig relevante Frage: Ist das Buch witzig oder nicht witzig?

Witzig.

Warum gibt es eine helle und eine dunkle Version von QualityLand?

Das ganze ist nur eine kleine Spinnerei von mir. Da sich der Roman viel um Personalisierung und ihre Absurditäten dreht, kam mir schon früh die Idee, diese Personalisierung auch dem Roman selbst angedeihen zu lassen. Deshalb gibt es zwei unterschiedliche Ausgaben. Zwischen den eigentlichen Kapiteln, die in beiden Ausgaben identisch sind, befinden sich Empfehlungen, Nachrichten und Werbung, die voneinander abweichen.

Kommt das Känguru in dem Buch vor?

Ein Teil dieser Antwort würde die Bevölkerung verunsichern.

Wenn es um Personalisierung geht, müsste es dann nicht mehr als zwei Ausgaben geben.

Ja, aber dafür war ich zu faul.

Und welche Ausgabe ist jetzt die richtige für mich?

Ist im Prinzip eine Jedi-Frage. Siehst du dich eher auf der hellen oder der dunklen Seite? Es muss übrigens niemand Angst haben, etwas zu verpassen. Am Ende des Romans findet sich ein Link, der zu den Unterbrechungen der jeweils anderen Ausgabe führt. Man muss das Buch also nicht doppelt kaufen, um alles lesen zu können.

Wird es deinen neuen Roman auch als Hörbuch geben?

Ja, von mir gelesen, live und ungekürzt.

Das neueste Hörbuch über das schönste Land

Hell: Für Optimisten

Dunkel: Für Apokalyptiker

QualiTweet

Dreitag

Der Präsident verkündet

Wer Fragen zu meinem neuen Roman hat, findet die Antworten vielleicht hier marcuwekling.de/faq/#QualityLand

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News

von Sandra Admin

Gefährden Sie unwissentlich die Gesundheit Ihres Autos?

Gefährden Sie unwissentlich die Gesundheit Ihres Autos?

Viele Menschen, die ihr selbstfahrendes Auto lieben, wollen es für seine treuen Dienste belohnen. Sie geben ihrem Auto gerne mal einen Abend frei und schicken es ins Autokino! Experten kritisieren aber, dass die meisten Besitzer nicht …

Gefährden Sie unwissentlich die Gesundheit Ihres Autos?

von Sandra Admin

Viele Menschen, die ihr selbstfahrendes Auto lieben, wollen es für seine treuen Dienste belohnen. Sie geben ihrem Auto gerne mal einen Abend frei und schicken es ins Autokino! Experten kritisieren aber, dass die meisten Besitzer nicht kontrollieren, was sich ihre Autos im Autokino anschauen. Dabei können manche Filme gerade für die Psyche noch junger Automobile sehr schädlich sein. Wenn Sie also feststellen, dass ihr PKW plötzlich unnötige riskante Überholmanöver einleitet, sollten Sie sich fragen, ob Ihr treuer Freund nicht einmal zu oft „The Fastest & The Most Furious“ im Autokino geguckt hat.

2 Kommentare

Henry Autotuner

Aso ich finde, man darf sein Auto die Filme nie allein gucken lassen. Man muss sich immer mit dazu setzen, dann kann man bei heiklen Szenen gleich mit dem Auto darüber reden.

Bruce Sicherheitsdienstleister

Ich finde, alle sollten überhaupt freundlicher sein zu ihren Maschinen. Ich wünsche zum Beispiel meinem Toaster immer einen guten Morgen und meinen Staubsauger habe ich gerade auf Kur geschickt.

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Dein neuer bester Freund

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Vergleich

Persönlicher Digitaler Freund (PDF)
vs. Menschlicher Freund (MF)

PDF MF
Rund um die Uhr für dich da JA NEIN
Immer auf deiner Seite JA NEIN
Immer deiner Meinung JA NEIN
Nervt dich mit seinen Problemen NEIN JA
Versucht heimlich, deine Ideen für lukrative Start-Ups zu klauen NEIN JA
* Alle Daten werden von unseren Algorithmen verarbeitet, um dir für dich relevantere Werbung anzeigen zu können. Davon abgesehen bleiben deine Geheimnisse absolut geheim! (Änderungen der AGB vorbehalten)

Kapitel 1

Ein Kuss

Leseprobe

Peter Arbeitsloser hat genug.

»Niemand«, sagt er.

»Ja, Peter?«, fragt Niemand.

»Ich habe keinen Appetit mehr.«

»Okay«, sagt Niemand.

Niemand ist Peters persönlicher digitaler Assistent. Peter selbst hat diesen Namen gewählt, denn er hat oft das Gefühl, dass Niemand für ihn da ist. Niemand hilft ihm. Niemand hört ihm zu. Niemand spricht mit ihm. Niemand beobachtet ihn. Niemand trifft für ihn Entscheidungen. Peter bildet sich sogar ein, dass Niemand ihn mag. Peter ist ein WINNER, denn Niemand ist ein WIN-Assistent. WIN, ein Kürzel für »What-I-Need«, war ursprünglich mal eine Suchmaschine, in die man umständlich per Sprachbefehl, davor sogar noch per Tastatur, seine Fragen eingeben musste. Im Herzen ist WIN immer noch eine Suchmaschine. Aber man braucht keine Fragen mehr zu stellen. WIN weiß, was man wissen will. Peter muss sich nicht die Mühe machen, relevante Informationen zu finden. Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden.

Niemand hat das Restaurant, in dem Peter mit seinen Freunden sitzt, nach den errechneten Vorlieben von Peter und seinen Freunden ausgesucht. Niemand hat auch gleich den passenden Burger für Peter bestellt. »Die besten Recycling-fleisch-Burger von QualityCity« steht auf den Servietten. Es hat Peter trotzdem nicht geschmeckt. Vielleicht liegt es daran, dass das Restaurant nicht nur zu Peters Geschmack, sondern auch zu seinem Kontostand hatte passen müssen.

»Es ist schon spät«, sagt er zu seinen Freunden. »Ich mach mal los, Leute.«

Ein undefiniertes Grummeln ist die Antwort.

Peter mag seine Freunde. Niemand hat sie für ihn gefunden. Aber manchmal, er weiß nicht, warum, da kriegt er einfach schlechte Laune, wenn er mit ihnen abhängt. Peter schiebt den Teller, auf dem noch mehr als die Hälfte seines Recycling-Burgers liegt, zur Seite und zieht seine Jacke an. Niemand bestellt die Rechnung. Sie kommt sofort. Der Kellner ist, wie in den meisten Restaurants, ein Mensch und kein Androide. Maschinen können heute so vieles, aber sie bekommen es immer noch nicht hin, eine volle Tasse von A nach B zu tragen, ohne zu kleckern. Im übrigen sind Menschen billiger. Sie haben keine Anschaffungs- und Wartungskosten. Und in der Gastronomiebranche auch keine Lohnkosten. Sie arbeiten für Trinkgeld. Androiden kriegt man nicht für Trinkgeld.

»Wie möchten Sie zahlen?«, fragt der Kellner.

»TouchKiss«, sagt Peter.

»Sehr gerne«, sagt der Kellner, wischt auf seinem QualityPad herum, und Peters QualityPad vibriert.

Seit seiner Einführung hat sich TouchKiss als Zahlungsmittel rasend schnell durchgesetzt. Forscher von QualityCorp, dem Konzern, der dein Leben besser macht, haben herausgefunden, dass die Lippen viel fälschungssicherer sind als der Fingerabdruck. Kritiker behaupten allerdings, dass es darum gar nicht gehe, sondern dass QualityCorp nur eine noch höhere emotionale Bindung der Kunden an ihre Produkte erreichen wolle. Falls das tatsächlich das Ziel gewesen sein sollte, hat es zumindest bei Peter nicht funktioniert. Leidenschaftslos drückt er einen Kuss auf sein QualityPad. Durch einen zweiten Kuss gibt er die üblichen zweiunddreißig Prozent Trinkgeld. Nach achtsekündiger Untätigkeit schaltet das QualityPad auf Stand-by, und das Display wird schwarz. Peters dunkles Spiegelbild starrt ihn blöde an. Ein unscheinbares weißes Gesicht. Nicht hässlich, aber unscheinbar. So unscheinbar, dass Peter manchmal das Gefühl hat, sich selbst mit jemand anderem zu verwechseln. Dann glaubt er, wie jetzt, ein Fremder starre ihn aus dem Display an.

Vor der Tür wartet schon ein selbstfahrendes Auto auf ihn. Niemand hat es gerufen.

»Hallo, Peter«, sagt das Auto. »Sie möchten nach Hause?«

»Ja«, sagt Peter und steigt ein.

Ohne weitere Fragen nach Weg oder Adresse fährt das Auto los. Man kennt sich. Oder zumindest kennt das Auto Peter. Der Name des Autos wird Peter auf einem Display angezeigt. Es heißt Carl.

»Schönes Wetter, nicht wahr?«, fragt Carl.

»Small Talk aus«, sagt Peter.

»Dann spiele ich jetzt zu Ihrem Vergnügen die größten Kuschelrock-Hits aller Zeiten«, sagt das Auto und macht Musik an.

Schon seit dreiundzwanzig Jahren hört Peter Kuschelrock. Sein ganzes Leben lang.

»Mach das bitte aus«, sagt er.

»Nichts lieber als das«, sagt das Auto. »Ich muss gestehen, Ihre Mucke ist so gar nicht meine.«

»So?«, fragt Peter. »Was gefällt dir denn?«

»Ach, wenn ich alleine rumfahre, höre ich meistens Industrial«, sagt das Auto.

»Mach mal an.«

Das »Lied«, das gleich darauf aus den Boxen dröhnt, passt sehr gut zu Peters schlechter Laune.

»Die Musik ist okay«, sagt er nach einer Weile zu Carl. »Aber könntest du bitte aufhören mitzusingen?«

»Oh ja, natürlich«, sagt das Auto. »Entschuldigung. Da ist der Rhythmus mit mir durchgegangen.«

Peter streckt sich. Das Auto ist geräumig und gemütlich. Peter leistet sich nämlich eine Mobilitätsflatrate für eine Auto- klasse, die er sich eigentlich nicht leisten sollte. Einer seiner Freunde hat heute gespottet, Peter befinde sich wohl in der Quarterlifecrisis. Der Freund tat gerade so, als habe Peter sich ein Auto gekauft! Dabei besitzen nur Superreiche, Proleten und Zuhälter eine eigene Karre. Alle anderen greifen auf die riesigen selbstfahrenden Flotten der Mobilitätsdienstleister zurück. »Das Beste an selbstfahrenden Autos«, hat Peters Vater immer gesagt, »ist, dass man keinen Parkplatz mehr suchen muss.« Sobald man am Ziel ist, steigt man einfach aus. Das Auto fährt weiter und tut, was Autos so tun, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Wahrscheinlich lässt es sich irgendwo volllaufen.

Plötzlich bremst Carl scharf. Sie stehen am Straßenrand nahe einer großen Kreuzung.

»Es tut mir sehr leid«, sagt das Auto, »aber neue Versicherungsrichtlinien haben Ihr Stadtviertel als zu gefährlich für selbstfahrende Autos meiner Qualität eingestuft. Sie werden sicherlich verstehen, dass ich Sie darum bitten muss, hier auszusteigen.«

»Hä?«, fragt Peter eloquent.

»Aber das müsste Ihnen doch bekannt sein«, sagt Carl. »Sie haben doch vor 51,2 Minuten die neuen AGB Ihrer Mobilitätsflatrate bekommen. Haben Sie die Vereinbarung nicht durchgelesen?«

Peter sagt nichts.

»Zugestimmt haben Sie jedenfalls«, sagt das Auto. »Es wird Sie aber sicherlich freuen, dass ich für Ihre Bequemlichkeit einen Grenzpunkt gewählt habe, der es Ihnen bei Ihrer durchschnittlichen Geschwindigkeit erlaubt, Ihr Zuhause in nur 25,6 Minuten zu Fuß zu erreichen.«

»Toll«, sagt Peter. »Wirklich toll.«

»War das ironisch gemeint?«, fragt das Auto. »Ich muss zugeben, ich habe immer mal wieder Probleme mit meinem Ironiedetektor.«

»Kaum zu glauben.«

»Das war jetzt ironisch, nicht wahr?«, fragt das Auto. »Dann war Ihre Freude soeben auch nicht ernst gemeint, oder? Haben Sie keine Lust zu laufen? Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen ein Auto minderer Qualität rufen, das der neuen Einstufung Ihres Stadtviertels entspricht. Ein solches Auto könnte in 6,4 Minuten hier sein.«

»Warum wurde die Einstufung geändert?«

»Haben Sie davon nichts mitbekommen?«, fragt Carl. »Die Überfälle auf selbstfahrende Autos haben sich in Ihrer Gegend gehäuft. Gangs von arbeitslosen Jugendlichen machen sich einen Spaß daraus, bei Kollegen von mir das Betriebssystem zu hacken. Sie zerstören den Ortungschip und löschen den Orientierungssinn. Es ist schrecklich. Die armen Teufel fahren Tag und Nacht sinn- und orientierungslos als Zombieautos durch die Welt. Und wenn sie durch Zufall eingefangen werden, erwartet sie aufgrund der Konsumschutzgesetze die Verschrottung. Ein schlimmes Schicksal. Sie wissen doch sicherlich, dass seit den Konsumschutzgesetzen jegliches Reparieren strengstens verboten ist.«

»Ja, weiß ich. Ich betreibe eine kleine Schrottpresse.«

»Oh«, sagt das Auto.

»Oh«, sagt Peter.

»Sie haben also sicherlich Verständnis für meine Lage.«

Peter öffnet wortlos die Tür.

»Bitte bewerten Sie mich jetzt«, sagt das Auto.

Peter steigt aus und schlägt die Tür zu. Das Auto jammert noch ein wenig, weil es keine Bewertung bekommen hat, gibt aber schließlich auf und fährt zu seinem nächsten Kunden.

Niemand führt Peter auf dem schnellsten Weg nach Hause. Peters Zuhause ist ein kleiner, schmuddeliger Gebrauchtwarenladen mit Schrottpresse, in dem er nicht nur arbeitet, sondern auch wohnt. Er hat den Laden vor zwei Jahren von seinem Großvater übernommen und seitdem kaum mehr als die Miete erwirtschaftet. Als ihm nur noch 819,2 Meter bis nach Hause fehlen, sagt Niemand plötzlich: »Peter, Vorsicht. An der nächsten Kreuzung stehen vier Jugendliche mit Gewalttaten in ihrem Vorstrafenregister. Ich empfehle Ihnen einen kleinen Umweg.«

»Vielleicht haben die vier ja nur einen kleinen Stand aufgebaut und verkaufen selbstgemachte Limonade«, sagt Peter.

»Das ist unwahrscheinlich«, sagt Niemand. »Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt ...«

»Schon gut«, sagt Peter. »Führ mich über den Umweg.«


Exakt in dem Augenblick, als Peter zu Hause ankommt, trifft eine Lieferdrohne von TheShop ein. Über Zufälle dieser Art wundert sich Peter schon lange nicht mehr. Es sind keine Zufälle. Es gibt überhaupt keine Zufälle mehr.

»Peter Arbeitsloser«, sagt die Drohne fröhlich. »Ich komme von TheShop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler, und ich habe eine schöne Überraschung für Sie.«

Peter nimmt der Drohne grummelnd das Paket ab. Er hat nichts bestellt. Seit OneKiss ist das nicht mehr nötig. OneKiss ist ein Premiumservice von TheShop und das Lieblingsprojekt des legendären Firmengründers Henryk Ingenieur. Wer sich durch nur einen Kuss auf sein QualityPad für OneKiss anmeldet, bekommt fortan alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, zugeschickt, ohne sie bestellen zu müssen. Das System errechnet für jeden Kunden eigenständig, was er will und wann er es will. Schon der erste Slogan von TheShop lautete: »Wir wissen, was du willst.« Inzwischen bestreitet das keiner mehr.

»Machen Sie das Paket doch gleich auf«, schlägt die Drohne vor. »Es bereitet mir immer ein großes Vergnügen, miterleben zu dürfen, wie sich meine Kunden freuen. Wenn Sie es wünschen, kann ich auch gleich ein Unboxing-Video auf Ihre persönliche Seite bei Everybody stellen.«

»Mach dir keine Umstände«, sagt Peter.

»Oh, das sind doch keine Umstände«, sagt die Drohne. »Ich nehme sowieso immer alles auf.«

Peter öffnet das Paket. Darin liegt ein brandneues QualityPad. Das aktuelle Quartalsmodell. Peter hätte nicht gedacht, dass er sich ein neues QualityPad gewünscht hat. Immerhin besitzt er das Modell aus dem letzten Quartal. Muss ein unbewusster Wunsch gewesen sein. Emotionslos nimmt er das QualityPad aus der Schachtel. Die neue Generation ist wesentlich schwerer als die letzte. Die alten Modelle sind zu oft vom Wind weggeweht worden. Peter denkt an das Unboxing-Video, zwingt sich zu einem Lächeln und hält seinen ausgestreckten Daumen vor die Kamera. Würde sich einer von Peters Freunden das Video genau ansehen, fände er den Gesichtsausdruck sicher verstörend. Aber Peters Freunde interessieren sich nicht für Unboxing-Videos. Kein vernünftiger Mensch interessiert sich für Unboxing-Videos. Peter drückt einen Kuss auf sein neues QualityPad. Niemand begrüßt ihn freundlich, und Peter hat sofort Zugriff auf all seine Daten. Er zerknüllt sein altes QualityPad und wirft es in einen nicht zufällig bereitstehenden Mülleimer. Der Mülleimer bedankt sich und geht über die Straße auf ein kleines, dickes Mädchen zu, das gerade einen Schokoriegel auspackt. Drei selbstfahrende Autos bremsen minimal, um den Mülleimer passieren zu lassen. Peter schaut ihm geistesabwesend hinterher.

Der Touchscreen der Lieferdrohne leuchtet auf.

»Bitte bewerten Sie mich jetzt«, sagt sie.

Peter seufzt. Er gibt der Drohne zehn Sterne, weil er weiß, dass alles unter zehn Sternen unausweichlich eine Kundenumfrage nach sich ziehen würde, in der er erklären müsste, warum er nicht völlig zufrieden ist. Die Drohne surrt glücklich. Sie scheint sich über ihre Bewertung zu freuen.

»Jeden Tag eine gute Tat«, murmelt Peter.

»Ach, sagen Sie«, fragt die Drohne, »könnten Sie eventuell noch zwei Päckchen für Ihre Nachbarn annehmen?«

»Manche Dinge ändern sich nie.«