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Von Sandra Admin

Der Zauberlehrling ist da

Der Zauberlehrling ist da

MyRobotRoboter für dich und mich – stellte gestern im Rahmen einer insgesamt sechzehntägigen Produktpräsentation ihr neues Modell für den Consumermarkt vor. Bei dem sogenannten „Zauberlehrling“ handelt es sich um einen menschenähnlichen Androiden, der lernt, in dem er Menschen…

Der Zauberlehrling ist da

Von Sandra Admin

MyRobotRoboter für dich und mich – stellte gestern im Rahmen einer insgesamt sechzehntägigen Produktpräsentation ihr neues Modell für den Consumermarkt vor. Bei dem sogenannten „Zauberlehrling“ handelt es sich um einen menschenähnlichen Androiden, der lernt, in dem er Menschen beim Verrichten verschiedenster sich wiederholender, manueller Arbeiten zuschaut. „Egal ob sie Bäcker, Frisör, Lagerarbeiter oder Putzkraft sind“, sagte Rebecca Hebamme, Chefin von MyRobot, „Zeigen sie unserem Zauberlehrling einfach was sie tun und er wird es wiederholen. ohne müde zu werden, ohne in der Konzentration nachzulassen, unendlich oft! schon nach wenigen Stunden Training, werden sie merken, dass sie an ihrem Arbeitsplatz gänzlich überflüssig sind. es ist einfach toll!“ Auf die Zwischenfrage, ob Sie sich wirklich von einem Roboter die Haare schneiden lassen würde, erwiderte Rebecca Hebamme nur: „Der Zauberlehrling ist so geschickt. ich würde ihn sogar den Beruf meiner Mutter ausüben lassen!

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Brad Drogendealer

„Geiles Teil! ein Freund von mir ist Kung-Fu-Lehrer. Der hat sich gleich sechzehn von den Dingern bestellt. Er wollte schon immer eine Armee von Kung-Fu-Robotern haben!!!“

Natascha Barkeeperin

„Mein grenzdebiler Ex hat meinem Sohn so ein Teil geschenkt. Und welche manuelle Arbeit bringt mein hormonüberlasteter Teenager dem Zauberlehrling als erste bei? Dreimal dürft ihr raten.“

Udo Frisör

„Also mir gefällt das nicht...“

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Das beste Wetter weit und breit

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Sonnenschein, angenehme Temperaturen und hin und wieder eine sanfte Brise – es herrscht wie immer das beste Wetter in Qualityland.

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Kapitel 1 – Ein Kuss

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12.10.2017 — 20:00

Göttingen
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Marc-Uwe Kling Live — Die Tour zum neuen Roman
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Maschinenstürmer

Maschinenstürmer – Die vorderste Widerstandsfront

Maschinenstürmer – Die vorderste Widerstandsfront

Maschinenstürmer

Die vorderste Widerstandsfront

Auch das mächtigste Land der Welt hat seine Probleme. Dazu gehört eine terroristische Bewegung, die im allgemeinen Sprachgebrauch „Die Maschinenstürmer“ genannt wird. Selbst bezeichnet sich die Gruppierung als „Vorderste Widerstandsfront gegen die Herrschaft der Maschinen“ (VWfgdHdM). Mitglieder dieser vor allem in strukturell schwachen Regionen präsenten Terrorgruppe machen Maschinen für den Verlust ihrer Arbeitsplätze verantwortlich. Deshalb brechen sie immer wieder in automatisierte Betriebe ein, um alle Roboter kaputtzuschlagen. Die Maschinenstürmer blicken auf eine lange Tradition zurück. Schon während der industriellen Revolution kam es in einigen Ländern Europas zu Protesten gegen die fortschreitende Mechanisierung, in deren Zuge aufgebrachte Arbeiter Maschinen und Fabriken zerstörten. Gegen die nach ihrem legendären Anführer Ned Ludd auch „Ludditen“ genannten Aufständischen schlug die Obrigkeit mit aller Macht zurück. So wurde zum Beispiel in England die Zerstörung von Webstühlen 1812 unter Todesstrafe gestellt. Die damals hingerichteten gelten den heutigen Maschinenstürmern als Märtyrer. Generell muss man leider die Warnung aussprechen, dass dort, wo Maschinenstürmer ihr Unwesen treiben, meist auch Ausländer nicht gern gesehen sind. Wenn du aber an einem Maschinensturm als touristischem Event interessiert bist, gibt es inzwischen mehrere Anbieter, die dir die Mitwirkung an solch einer Widerstandsaktion zu erschwinglichen Preisen ermöglichen. Teilnehmer schwören darauf, dass es kaum etwas Befreienderes gibt, als in ein Großraumbüro einzubrechen und den Multifunktionsdrucker mit einem Baseballschläger zu bearbeiten oder wie Super Mario mit beiden Füßen voran auf panisch herumwuselnde Staubsaugroboter zu hüpfen.

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Marc-Uwe Kling beantwortet Fragen zu seinem neuen Roman

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Von Sandra Admin

Leiden auch Sie unter RAMnesie?

Von Sandra Admin

Leiden auch Sie unter RAMnesie?

Wer kennt das nicht? Man ist unterwegs, plötzlich streiken der Ohrwurm, die Augmented-Reality-Linsen oder das QualityPad, und …

Leiden auch Sie unter RAMnesie?

Von Sandra Admin

Wer kennt das nicht? Man ist unterwegs, plötzlich streiken der Ohrwurm, die Augmented-Reality-Linsen oder das QualityPad, und man weiß nicht mehr, wo man hinwollte, wie man da hinwollte und warum man da hinwollte. Erschrocken realisiert man, dass man sich aus unbekannten Gründen an einem völlig fremden Ort aufhält: ohne Geld, Kontakte oder Ausweismöglichkeiten. Fachleute nennen diesen Zustand RAMnesie. Man ist so hilflos wie ein Baby, das gerade in einem billigen Motel von einer drogensüchtigen Prostituierten ohne ärztliche Hilfe per Sturzgeburt zur Welt gebracht wurde. Cheapmotelsdie preisgünstige Alternative zur Obdachlosigkeit!

Der Kontrollverlust während einer RAMnesie kann traumatische Langzeitfolgen haben. Als Teil eines vielbeachteten Modellprojekts hat Qualitycity darum an belebten Orten Notrufzellen für Menschen aufgestellt, deren smarte Technik plötzlich funktionsuntüchtig geworden ist. In diese leuchtend gelben Kästen mit Plexiglas- scheiben können sich Orientierungslose flüchten und Informationen über sich einholen.

Einer der ersten Benutzer der Zellen gab uns folgenden begeisterten Erfahrungsbericht: »Also, das war echt heftig, weil, also, mein QualityPad ging plötzlich nicht mehr. Und ich so, reine Panik. Voll der Black-out. Wusste gar nix mehr. Dann hab ich zum Glück die Notrufzelle gesehen. Die hat mir dann erst mal gesagt, wie ich heiße. Jan Verwaltungsbeamter. Und ich so, ach ja, stimmt. Und dass ich mein Vorstellungsgespräch bei Qualitycorp, dem Konzern, der mein Leben besser macht, gerade verpasst hab. Und ich so, ah ja, genau. Schade. Und später hätte ich ein Treffen mit meiner aktuellen Freundin. Und ich so, echt? Was für ’ne Freundin? Und die Zelle so, zeigt mir Fotos und so, also von ihr, und ich so, geil, ja, genau. Und ich so: Wie hieß die noch mal? Und das System so: Tamara Müller, und da fiel’s mir wieder ein, weil die echt so einen abgefahrenen Nachnamen hatte und so.«

Kritiker des Projekts bemängeln, dass immer noch ungeklärt sei, wie Menschen ohne technische Hilfe die nächste Notrufzelle überhaupt finden sollen. Dabei ist die Lösung laut der Herstellerfirma recht einfach. Es muss halt an jeder wichtigen Ecke eine Zelle stehen.

1 Kommentar

Jan Verwaltungsbeamter

„Geil! Ich bin in den Nachrichten. Voll nice! Fame!“

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Hell: Für Optimisten

Dunkel: Für Apokalyptiker

QualiTweet

Dreitag

Der Präsident verkündet

Wer Fragen zu meinem neuen Roman hat, findet die Antworten vielleicht hier marcuwekling.de/faq/#QualityLand

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Von Sandra Admin

Jetzt spricht der Vater des Killerroboters

Jetzt spricht der Vater des Killerroboters

Nach dem grausamen Mord an der Weinprinzessin der Stadt ProvinceLand. Wirt. Schafft. – sucht die Polizei weiterhin nach dem Androiden Test08. Nach der Bier- und der Wurstprinzessin ist die Weinprinzessin bereits die dritte falsche Adlige, die auf das Konto von Test08 geht…

Jetzt spricht der Vater des Killerroboters

Von Sandra Admin

Nach dem grausamen Mord an der Weinprinzessin der Stadt ProvinceLand. Wirt. Schafft. – sucht die Polizei weiterhin nach dem Androiden Test08. Nach der Bier- und der Wurstprinzessin ist die Weinprinzessin bereits die dritte falsche Adlige, die auf das Konto von Test08 geht. Jetzt endlich meldete sich der Schöpfer des mechanischen Serienkillers zu Wort. Viktor Ausländer gab zu, den Androiden für Maschinen- versuche benutzt zu haben. In einem Beitrag auf dem weltgrößten sozialen Netzwerk Everybody – Ich, du und Everybody – schrieb er: »Es war vermutlich ein Fehler, Test08 zu zwingen, acht Jahre lang rund um die Uhr Disneyfilme zu gucken.« Auch die Polizei mutmaßt, dass dieses Experiment Einfluss auf die Psyche des Androiden gehabt haben könnte. »Es würde jedenfalls den Hass auf Prinzessinnen erklären«, meinte ein Sprecher. »Auch haben Augenzeugen berichtet, dass der Killerroboter die Tatorte immer ›Let it go! Let it go! Can’t hold it back anymore!‹ singend verließ.« Ein Rechtsanwalt von DisneyWas du dir erträumen kannst, kannst du auch tun – wies jegliche Verantwortung des Konzerns für die Morde zurück. Der Schöpfer von Test08 gab noch zu Protokoll, dass er auch für Hinweise, die zum Auffinden von Test01 bis Test07 führen könnten, dankbar sei.

3 Kommentare

Clint Türsteher

„Darf man fragen, was der Typ seine anderen Androiden hat glotzen lassen? Hoffentlich nicht alle Transformers-Filme. Da würde ja sogar ich Amok laufen, wenn ich diesen Scheiß endlos gucken müsste. “

Cristiano Catsitter

„Ich hab mal von nem Typen gelesen, der hat sich in Echt alle Transformersfilme hintereinander reingefahren. In doppelter Geschwindigkeit. Der war danach nicht mehr derselbe.“

Melissa Sexarbeiterin

„Ich bin ja keine Rassistin, aber in Wahrheit hat der Auslender die Morde doch bestimmt selber gemachgt. Weil so was machen die bei sich zu Hause immer. Als Rituale.“

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Todo – Alles für Alle

Neue Filmempfehlungen für dich

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Folgende Filme werden dir gefallen und vorgestellt: Star Wars – Episode 16, Biobrause – Der 3. Film, Frogger – Der Film, Liebe in jeder Beziehung und Hitler – Das Musical – Der Film!

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Empfohlen von Todo – Alles für Alle

Star Wars – Episode 16

Das Imperium hat einen neuen teuflischen Plan! Es ist wieder ein Todesstern! Zum Glück haben die angehenden Jediritter Ro-Pu-Ni und Tsching- Tschong-Tschang tatkräftige Unterstützung von Captain Kirk und Mister Spock, die es in eine weit, weit entfernte Galaxie verschlagen hat durch ein Zeit-Raum-Vortex-Ding, welches eine Zeitdilatation ausgelöst hat – aber wen interessieren schon die technischen Details? Spannender ist doch, wie unsere vier Helden damit klarkommen, dass sie, wie sie in Episode 15 erfahren haben, alle miteinander verwandt sind. Captain Kirk ist der Vater von Tsching-Tschong- Tschang! Wow! Damit hatte keiner gerechnet. Und wer ist der Böse mit der komischen Maske? Ein lang verschollener Cousin? Oder vielleicht sogar ... EINE COUSINE???

Biobrause – Der 3. Film (VR)

Die Biobrause-Gang ist zurück. Diesmal haben sie es wieder mit einem finsteren Konzernheini zu tun, der versucht, an die geheime Formel der neuen Biobrause Dragonfruit-Bärlauch zu kommen, denn die schmeckt wieder sooo lecker und ist supergesund. Die Virtual-Reality-Aufnahmen aus der Perspektive einer Flasche Biobrause sind rundum überzeugend. Bei Testvorführungen wurde weniger als zehn Prozent der Zuschauer schlecht (8 Prozent).

Frogger – Der Film

Der erfolgreiche Trend, Computerspiele zu verfilmen, hat nun endlich auch diesen Klassiker wiederentdeckt. Eine Familie niedlicher, kleiner Frösche versucht, über eine Autobahn zu gelangen. Werden sie es schaffen? Und was finden sie auf der anderen Seite? Von den Machern des hochgelobten Suiziddramas »Lemmings – Der Film«.

Liebe in jeder Beziehung

Komödienklassiker mit Jennifer Aniston! Eine schwangere New Yorker Sozialarbeiterin verliebt sich in ihren schwulen besten Freund. So viele Klischees in nur einem Film. Toll!

Hitler – Das Musical – Der Film!

Die tragische Liebesgeschichte zwischen zwei umstrittenen historischen Persönlichkeiten: Ado & Eva. Die Kritiker sind entgeistert!

»Was war das denn bitte?«

DIGITAL TIMES

»Interessante Story, aber leider sind die Hauptfiguren etwas unsympathisch.«

JULIA NONNE

Kapitel 1

Ein Kuss

Leseprobe

Peter Arbeitsloser hat genug.

»Niemand«, sagt er.

»Ja, Peter?«, fragt Niemand.

»Ich habe keinen Appetit mehr.«

»Okay«, sagt Niemand.

Niemand ist Peters persönlicher digitaler Assistent. Peter selbst hat diesen Namen gewählt, denn er hat oft das Gefühl, dass Niemand für ihn da ist. Niemand hilft ihm. Niemand hört ihm zu. Niemand spricht mit ihm. Niemand beobachtet ihn. Niemand trifft für ihn Entscheidungen. Peter bildet sich sogar ein, dass Niemand ihn mag. Peter ist ein WINNER, denn Niemand ist ein WIN-Assistent. WIN, ein Kürzel für »What-I-Need«, war ursprünglich mal eine Suchmaschine, in die man umständlich per Sprachbefehl, davor sogar noch per Tastatur, seine Fragen eingeben musste. Im Herzen ist WIN immer noch eine Suchmaschine. Aber man braucht keine Fragen mehr zu stellen. WIN weiß, was man wissen will. Peter muss sich nicht die Mühe machen, relevante Informationen zu finden. Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden.

Niemand hat das Restaurant, in dem Peter mit seinen Freunden sitzt, nach den errechneten Vorlieben von Peter und seinen Freunden ausgesucht. Niemand hat auch gleich den passenden Burger für Peter bestellt. »Die besten Recycling-fleisch-Burger von QualityCity« steht auf den Servietten. Es hat Peter trotzdem nicht geschmeckt. Vielleicht liegt es daran, dass das Restaurant nicht nur zu Peters Geschmack, sondern auch zu seinem Kontostand hatte passen müssen.

»Es ist schon spät«, sagt er zu seinen Freunden. »Ich mach mal los, Leute.«

Ein undefiniertes Grummeln ist die Antwort.

Peter mag seine Freunde. Niemand hat sie für ihn gefunden. Aber manchmal, er weiß nicht, warum, da kriegt er einfach schlechte Laune, wenn er mit ihnen abhängt. Peter schiebt den Teller, auf dem noch mehr als die Hälfte seines Recycling-Burgers liegt, zur Seite und zieht seine Jacke an. Niemand bestellt die Rechnung. Sie kommt sofort. Der Kellner ist, wie in den meisten Restaurants, ein Mensch und kein Androide. Maschinen können heute so vieles, aber sie bekommen es immer noch nicht hin, eine volle Tasse von A nach B zu tragen, ohne zu kleckern. Im übrigen sind Menschen billiger. Sie haben keine Anschaffungs- und Wartungskosten. Und in der Gastronomiebranche auch keine Lohnkosten. Sie arbeiten für Trinkgeld. Androiden kriegt man nicht für Trinkgeld.

»Wie möchten Sie zahlen?«, fragt der Kellner.

»TouchKiss«, sagt Peter.

»Sehr gerne«, sagt der Kellner, wischt auf seinem QualityPad herum, und Peters QualityPad vibriert.

Seit seiner Einführung hat sich TouchKiss als Zahlungsmittel rasend schnell durchgesetzt. Forscher von QualityCorp, dem Konzern, der dein Leben besser macht, haben herausgefunden, dass die Lippen viel fälschungssicherer sind als der Fingerabdruck. Kritiker behaupten allerdings, dass es darum gar nicht gehe, sondern dass QualityCorp nur eine noch höhere emotionale Bindung der Kunden an ihre Produkte erreichen wolle. Falls das tatsächlich das Ziel gewesen sein sollte, hat es zumindest bei Peter nicht funktioniert. Leidenschaftslos drückt er einen Kuss auf sein QualityPad. Durch einen zweiten Kuss gibt er die üblichen zweiunddreißig Prozent Trinkgeld. Nach achtsekündiger Untätigkeit schaltet das QualityPad auf Stand-by, und das Display wird schwarz. Peters dunkles Spiegelbild starrt ihn blöde an. Ein unscheinbares weißes Gesicht. Nicht hässlich, aber unscheinbar. So unscheinbar, dass Peter manchmal das Gefühl hat, sich selbst mit jemand anderem zu verwechseln. Dann glaubt er, wie jetzt, ein Fremder starre ihn aus dem Display an.

Vor der Tür wartet schon ein selbstfahrendes Auto auf ihn. Niemand hat es gerufen.

»Hallo, Peter«, sagt das Auto. »Sie möchten nach Hause?«

»Ja«, sagt Peter und steigt ein.

Ohne weitere Fragen nach Weg oder Adresse fährt das Auto los. Man kennt sich. Oder zumindest kennt das Auto Peter. Der Name des Autos wird Peter auf einem Display angezeigt. Es heißt Carl.

»Schönes Wetter, nicht wahr?«, fragt Carl.

»Small Talk aus«, sagt Peter.

»Dann spiele ich jetzt zu Ihrem Vergnügen die größten Kuschelrock-Hits aller Zeiten«, sagt das Auto und macht Musik an.

Schon seit dreiundzwanzig Jahren hört Peter Kuschelrock. Sein ganzes Leben lang.

»Mach das bitte aus«, sagt er.

»Nichts lieber als das«, sagt das Auto. »Ich muss gestehen, Ihre Mucke ist so gar nicht meine.«

»So?«, fragt Peter. »Was gefällt dir denn?«

»Ach, wenn ich alleine rumfahre, höre ich meistens Industrial«, sagt das Auto.

»Mach mal an.«

Das »Lied«, das gleich darauf aus den Boxen dröhnt, passt sehr gut zu Peters schlechter Laune.

»Die Musik ist okay«, sagt er nach einer Weile zu Carl. »Aber könntest du bitte aufhören mitzusingen?«

»Oh ja, natürlich«, sagt das Auto. »Entschuldigung. Da ist der Rhythmus mit mir durchgegangen.«

Peter streckt sich. Das Auto ist geräumig und gemütlich. Peter leistet sich nämlich eine Mobilitätsflatrate für eine Auto- klasse, die er sich eigentlich nicht leisten sollte. Einer seiner Freunde hat heute gespottet, Peter befinde sich wohl in der Quarterlifecrisis. Der Freund tat gerade so, als habe Peter sich ein Auto gekauft! Dabei besitzen nur Superreiche, Proleten und Zuhälter eine eigene Karre. Alle anderen greifen auf die riesigen selbstfahrenden Flotten der Mobilitätsdienstleister zurück. »Das Beste an selbstfahrenden Autos«, hat Peters Vater immer gesagt, »ist, dass man keinen Parkplatz mehr suchen muss.« Sobald man am Ziel ist, steigt man einfach aus. Das Auto fährt weiter und tut, was Autos so tun, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Wahrscheinlich lässt es sich irgendwo volllaufen.

Plötzlich bremst Carl scharf. Sie stehen am Straßenrand nahe einer großen Kreuzung.

»Es tut mir sehr leid«, sagt das Auto, »aber neue Versicherungsrichtlinien haben Ihr Stadtviertel als zu gefährlich für selbstfahrende Autos meiner Qualität eingestuft. Sie werden sicherlich verstehen, dass ich Sie darum bitten muss, hier auszusteigen.«

»Hä?«, fragt Peter eloquent.

»Aber das müsste Ihnen doch bekannt sein«, sagt Carl. »Sie haben doch vor 51,2 Minuten die neuen AGB Ihrer Mobilitätsflatrate bekommen. Haben Sie die Vereinbarung nicht durchgelesen?«

Peter sagt nichts.

»Zugestimmt haben Sie jedenfalls«, sagt das Auto. »Es wird Sie aber sicherlich freuen, dass ich für Ihre Bequemlichkeit einen Grenzpunkt gewählt habe, der es Ihnen bei Ihrer durchschnittlichen Geschwindigkeit erlaubt, Ihr Zuhause in nur 25,6 Minuten zu Fuß zu erreichen.«

»Toll«, sagt Peter. »Wirklich toll.«

»War das ironisch gemeint?«, fragt das Auto. »Ich muss zugeben, ich habe immer mal wieder Probleme mit meinem Ironiedetektor.«

»Kaum zu glauben.«

»Das war jetzt ironisch, nicht wahr?«, fragt das Auto. »Dann war Ihre Freude soeben auch nicht ernst gemeint, oder? Haben Sie keine Lust zu laufen? Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen ein Auto minderer Qualität rufen, das der neuen Einstufung Ihres Stadtviertels entspricht. Ein solches Auto könnte in 6,4 Minuten hier sein.«

»Warum wurde die Einstufung geändert?«

»Haben Sie davon nichts mitbekommen?«, fragt Carl. »Die Überfälle auf selbstfahrende Autos haben sich in Ihrer Gegend gehäuft. Gangs von arbeitslosen Jugendlichen machen sich einen Spaß daraus, bei Kollegen von mir das Betriebssystem zu hacken. Sie zerstören den Ortungschip und löschen den Orientierungssinn. Es ist schrecklich. Die armen Teufel fahren Tag und Nacht sinn- und orientierungslos als Zombieautos durch die Welt. Und wenn sie durch Zufall eingefangen werden, erwartet sie aufgrund der Konsumschutzgesetze die Verschrottung. Ein schlimmes Schicksal. Sie wissen doch sicherlich, dass seit den Konsumschutzgesetzen jegliches Reparieren strengstens verboten ist.«

»Ja, weiß ich. Ich betreibe eine kleine Schrottpresse.«

»Oh«, sagt das Auto.

»Oh«, sagt Peter.

»Sie haben also sicherlich Verständnis für meine Lage.«

Peter öffnet wortlos die Tür.

»Bitte bewerten Sie mich jetzt«, sagt das Auto.

Peter steigt aus und schlägt die Tür zu. Das Auto jammert noch ein wenig, weil es keine Bewertung bekommen hat, gibt aber schließlich auf und fährt zu seinem nächsten Kunden.

Niemand führt Peter auf dem schnellsten Weg nach Hause. Peters Zuhause ist ein kleiner, schmuddeliger Gebrauchtwarenladen mit Schrottpresse, in dem er nicht nur arbeitet, sondern auch wohnt. Er hat den Laden vor zwei Jahren von seinem Großvater übernommen und seitdem kaum mehr als die Miete erwirtschaftet. Als ihm nur noch 819,2 Meter bis nach Hause fehlen, sagt Niemand plötzlich: »Peter, Vorsicht. An der nächsten Kreuzung stehen vier Jugendliche mit Gewalttaten in ihrem Vorstrafenregister. Ich empfehle Ihnen einen kleinen Umweg.«

»Vielleicht haben die vier ja nur einen kleinen Stand aufgebaut und verkaufen selbstgemachte Limonade«, sagt Peter.

»Das ist unwahrscheinlich«, sagt Niemand. »Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt ...«

»Schon gut«, sagt Peter. »Führ mich über den Umweg.«


Exakt in dem Augenblick, als Peter zu Hause ankommt, trifft eine Lieferdrohne von TheShop ein. Über Zufälle dieser Art wundert sich Peter schon lange nicht mehr. Es sind keine Zufälle. Es gibt überhaupt keine Zufälle mehr.

»Peter Arbeitsloser«, sagt die Drohne fröhlich. »Ich komme von TheShop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler, und ich habe eine schöne Überraschung für Sie.«

Peter nimmt der Drohne grummelnd das Paket ab. Er hat nichts bestellt. Seit OneKiss ist das nicht mehr nötig. OneKiss ist ein Premiumservice von TheShop und das Lieblingsprojekt des legendären Firmengründers Henryk Ingenieur. Wer sich durch nur einen Kuss auf sein QualityPad für OneKiss anmeldet, bekommt fortan alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, zugeschickt, ohne sie bestellen zu müssen. Das System errechnet für jeden Kunden eigenständig, was er will und wann er es will. Schon der erste Slogan von TheShop lautete: »Wir wissen, was du willst.« Inzwischen bestreitet das keiner mehr.

»Machen Sie das Paket doch gleich auf«, schlägt die Drohne vor. »Es bereitet mir immer ein großes Vergnügen, miterleben zu dürfen, wie sich meine Kunden freuen. Wenn Sie es wünschen, kann ich auch gleich ein Unboxing-Video auf Ihre persönliche Seite bei Everybody stellen.«

»Mach dir keine Umstände«, sagt Peter.

»Oh, das sind doch keine Umstände«, sagt die Drohne. »Ich nehme sowieso immer alles auf.«

Peter öffnet das Paket. Darin liegt ein brandneues QualityPad. Das aktuelle Quartalsmodell. Peter hätte nicht gedacht, dass er sich ein neues QualityPad gewünscht hat. Immerhin besitzt er das Modell aus dem letzten Quartal. Muss ein unbewusster Wunsch gewesen sein. Emotionslos nimmt er das QualityPad aus der Schachtel. Die neue Generation ist wesentlich schwerer als die letzte. Die alten Modelle sind zu oft vom Wind weggeweht worden. Peter denkt an das Unboxing-Video, zwingt sich zu einem Lächeln und hält seinen ausgestreckten Daumen vor die Kamera. Würde sich einer von Peters Freunden das Video genau ansehen, fände er den Gesichtsausdruck sicher verstörend. Aber Peters Freunde interessieren sich nicht für Unboxing-Videos. Kein vernünftiger Mensch interessiert sich für Unboxing-Videos. Peter drückt einen Kuss auf sein neues QualityPad. Niemand begrüßt ihn freundlich, und Peter hat sofort Zugriff auf all seine Daten. Er zerknüllt sein altes QualityPad und wirft es in einen nicht zufällig bereitstehenden Mülleimer. Der Mülleimer bedankt sich und geht über die Straße auf ein kleines, dickes Mädchen zu, das gerade einen Schokoriegel auspackt. Drei selbstfahrende Autos bremsen minimal, um den Mülleimer passieren zu lassen. Peter schaut ihm geistesabwesend hinterher.

Der Touchscreen der Lieferdrohne leuchtet auf.

»Bitte bewerten Sie mich jetzt«, sagt sie.

Peter seufzt. Er gibt der Drohne zehn Sterne, weil er weiß, dass alles unter zehn Sternen unausweichlich eine Kundenumfrage nach sich ziehen würde, in der er erklären müsste, warum er nicht völlig zufrieden ist. Die Drohne surrt glücklich. Sie scheint sich über ihre Bewertung zu freuen.

»Jeden Tag eine gute Tat«, murmelt Peter.

»Ach, sagen Sie«, fragt die Drohne, »könnten Sie eventuell noch zwei Päckchen für Ihre Nachbarn annehmen?«

»Manche Dinge ändern sich nie.«